Wie Pflanzenkohle entsteht: Ein Blick in unsere Carbo-FORCE-Karbonisierungsanlage in Osterrade

Foto aus der Carbo-FORCE-Karbonisierungsanlage bei BLOCK Pflanzenkohle

Wer zum ersten Mal auf unseren Hof in Osterrade kommt, ist oft etwas perplex. Kein Lärm, kaum Geruch, keine offene Flamme. Sieht nicht nach viel aus. Und trotzdem läuft drinnen ein Prozess, der regionales Knick- und Landschaftspflegeholz bei 700 bis 750 Grad in Pflanzenkohle verwandelt. Er gilt als einer der stabilsten Kohlenstoffe, die es gibt. In diesem Beitrag erklären wir, wie das bei uns genau aussieht, was dahintersteckt und warum wir auf diese Technologie setzen.

Wir betreiben eine Carbo-FORCE CF-X250 Karbonisierungsanlage. Für uns gehört offene Kommunikation dazu: Wer wissen will, wie Pflanzenkohle herstellen bei uns konkret funktioniert, kann uns gerne jederzeit kontaktieren oder vorbeikommen.

Regionales Restholz als Rohstoff: Was in unsere Anlage kommt

Unser Ausgangsmaterial kommt buchstäblich von nebenan. Knickgehölze und Landschaftspflegeholz aus der Pflege von Hecken und Feldrainen in Schleswig-Holstein. Material, das sonst häufig verbrannt oder liegen gelassen würde. Wir verarbeiten davon bis zu 2.000 Tonnen pro Jahr. Nichts muss aus anderen Regionen angefahren werden. Das ist einer der Punkte, die uns an diesem Ansatz wichtig sind.

Energieautarker Karbonisierungsprozess: Wie Pflanzenkohle ohne externen Energieinput entsteht

Was uns von Anfang an an der Pyrolyse überzeugt hat: Sie braucht keinen externen Energieinput. Die bei der Karbonisierung entweichenden Brenngase werden im Reaktor selbst verbrannt und erzeugen die nötige Prozesstemperatur. Was dann noch übrig bleibt, ist überschüssige Wärme: bis zu 3.700 MWh pro Jahr. Diese Wärme trocknet nicht nur unser Ausgangsmaterial, sondern versorgt über unser Nahwärmenetz auch den Hof und die umliegende Nachbarschaft. Ein Prozess, der sich selbst trägt und gleichzeitig fossile Brennstoffe ersetzt. Das ist für uns keine Marketingbotschaft, sondern einfach eine gute Sache.

Digitale Verifikation durch Cula Technologies: Mess- statt schätzbare Klimawirkung

Unsere Anlage war eine der ersten, bei der Cula Technologies Echtzeit-Sensordaten für automatisiertes Operations-Management integriert hat. Jede Charge ist damit digital rückverfolgbar. Die Kohlenstoffbindung wird chargen- und Bigbag-genau berechnet und EBC-konform verifiziert. Das klingt technisch, und das stimmt. Aber es ist die Grundlage dafür, dass Carbon Credits wirklich etwas bedeuten und nicht nur gut klingen.

Ergebnis: 550 Tonnen Pflanzenkohle jährlich mit messbarer CO₂-Bindung

Bis zu 550 Tonnen Pflanzenkohle verlassen unsere Anlage jedes Jahr. 90 Prozent Kohlenstoffgehalt, hochporös, über Jahrtausende stabil. Pro Kilogramm werden bis zu 3,23 kg CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entzogen. Das ist kein Schätzwert, sondern ein gemessener, EBC-zertifizierter Wert.

Wer die Anlage mit eigenen Augen sehen möchte: Meldet euch gerne jederzeit bei uns – wir freuen uns über jeden Besuch.

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