Im August 2025 hat Ministerpräsident Daniel Günther im Rahmen seiner Sommerreise „Auf dem Weg zum klimaneutralen Industrieland Schleswig-Holstein“ in Osterrade haltgemacht. Sein erster Reisetag führte ihn zu einem Power-to-Heat-Wärmenetz in Bosbüll, einer Flugwindkraftanlage in Klixbüll, und dann als Abschluss zu uns. Wir wollen das nicht größer machen als es ist. Aber es war ein Moment, der zeigt: Pflanzenkohle ist kein Randthema der Landwirtschaft mehr.
Was wir dem Ministerpräsidenten gezeigt haben
Wir haben die Anlage erklärt, so wie wir das immer machen. Wie aus regionalem Knick- und Restholz hochwertige Pflanzenkohle entsteht. Wie die Abwärme über unser Nahwärmenetz die umliegenden Haushalte versorgt und fossile Brennstoffe ersetzt. Wie Pflanzenkohle als Bodenhilfsstoff, Futterzusatz und Betonzuschlagstoff eingesetzt wird. Das offizielle Statement des Landes hat es gut auf den Punkt gebracht: Regionale Kreislaufwirtschaft, bei der Rohstoff, Energie und Produkt aus der Region kommen und dorthin zurückfließen.
Landtagsabgeordneter Andreas Hein beschrieb den zentralen Mechanismus treffend: Durch die Verkohlung wird der natürliche Kohlenstoffkreislauf unterbrochen, rund die Hälfte des Kohlenstoffs bleibt dauerhaft in der Pflanzenkohle gebunden. Und dann sagte er etwas, dem wir nichts hinzufügen können: Das Interesse ist vorhanden, jetzt braucht es die politischen Rahmenbedingungen.
Pflanzenkohle in der Klimastrategie des Landes Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein will bis 2040 das erste klimaneutrale Industrieland in Deutschland werden. Das geht nur, wenn auch landwirtschaftliche Betriebe Teil der Lösung werden. Pflanzenkohle ist eine der wenigen skalierbaren Negativemissionstechnologien, die heute schon funktioniert. Trotzdem bekommt sie im politischen Diskurs noch zu wenig Raum. Das frustriert uns manchmal, aber es ändert sich. Dass unser Hof auf dieser Sommerreise neben großen Industrieunternehmen besichtigt wurde, zeigt: Landwirtschaft und Klimaschutz werden in der Landespolitik inzwischen zusammengedacht.
Verantwortung statt Selbstdarstellung
Wenn politische Entscheider kommen, zuhören und echte Fragen stellen, ist das für uns nicht nur ein Fototermin. Es ist ein Auftrag: weitermachen, weiter erklären, weiter öffnen. Vor ein paar Jahren standen wir mit einem kleinen Eimer voller Kohle da und wussten nicht genau, was daraus wird. Heute besucht der Ministerpräsident die Anlage. Und wie schon gesagt: wir wollen es nicht größer machen als es ist, aber es freut uns, dass unsere Idee immer mehr Früchte trägt.